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Nickelsberg's Farm

German Shepherd Herding

Nachruf

Schäfermeister Manfred Heyne

† 20 January 1930 — 14 January 2010 †

Manfred & Katharina Heyne mit Willy — 1997 New York

Anfang dieses Jahres hat die Rasse des deutsche Schäferhundes einen ihrer größten freimütigen Fürsprecher verloren.  Ein Mann, der nicht nur seine Meinung zur Verteidigung der Arbeitsgenetik offen aussprach, die, wie er glaubte verloren geht, sondern vor allem, ein Mann der über 50 Jahre seine Worte untermauerte, durch einen unübertroffenen Rekord seiner Leistungen, die die Gültigkeit seiner Aussagen und der Kraft dieser Genetik bestätigen.  Zu den vielen Leistungen von Manfred Heyne gehören seine 13 Siegertitel vom Bundesleistungshüten und unzählige andere Gewinne auf regionalen und nationalen Leistungsprüfungen — die er ausnahmslos mit Deutschen Schäferhunden aus seiner selektiv gezüchteten Hüte-Linie errungen hat.       

Manfred wurde am 20 Januar 1930 in Zschochau in der Nähe von Meissen / Sachsen geboren.  Als kleiner Junge, lernte er von seinem Großvater vieles über Schafe und Ziegen und sie faszinieren ihn.  Mit 6 Jahren bekam er einen kleinen Spielzeugpferdstall aus Holz mit 2 Spielzeugpferden und ein Fuhrwerk.  Im Frühjahr nahm Manfred die Pferde u. den Wagen aus dem kleinen Stall heraus und ersetzte sie durch Knospen von Weidenkätzchen, die er gesammelt hatte — sie waren seine Lämmer.  Einige Jahre später, während einem seiner Besuche auf dem Bauernhof seiner Großeltern, verbrachte Manfred einen Tag mit einem reisenden Schäfer und wäre fast mit ihm gegangen, wenn dieser ihn nicht nach Hause geschickt hätte.       

1946, im Alter von 16 Jahren, sah Manfred 2 Schäfer Lehrlinge in der Stadt und war so beeindruckt von ihnen Hunden, dass er sich später im Jahr, als eine der Lehrstellen frei wurde, dafür bewarb und auch angenommen wurde — so begann Manfreds Ausbildung unter Schäfermeister Walter Lorenz.  Lorenz war einer von den besten — 1943 Reichsieger, 1947 Zonensieger, 1947 DDR Hütesieger, 1949 DDR Hütesieger und 10 mal Landessieger Sachsen im Hüten.  Lorenz selbst war bei dem sehr respektieren Schäfermeister Albert Pohle in die Lehre gegangen, dessen Zwinger „aus den Niederlausitz”, für seine ausgezeichneten Leistungshunde bekannt war, sowie dem Sieger 1930/1931 Sieger Herold a.d. Niederlausitz.  Vor der Siegershau 1930 war das Wesen von Herold von v. Stephanitz höchstpersönlich geprüft worden.  Lorenz vermittelte Manfred sein Wissen über Zucht, Ausbildung und Hüten, und am Ende seiner Ausbildungszeit übergab er Manfred ein wundervolles Geschenk — seinen ersten Hund.  Das war Erwin von der Sorbigauer Höhe, ein Enkel von Lorenz’s berühmtesten Hütesieger, Clothar von Ehrlingshofen.       

Nach seiner Gestellenprüfung nahm Manfred zum ersten Mal an einem Hütewettbewerb teil, zusammen mit seinem Schäfermeister Lorenz — Meister Lorenz kamm auf den ersten und Geselle Heyne auf den zweiten Platz!

Manfred with Nando

1952 floh Manfred in den Westen und riskierte sein Leben, als er seinen Hund Erwin von der Sorbigauer Höhe mitnahm.  Und es Erwin, mit dem Manfred das erste Bundesleistungshüten im SV 1954 gewann.  (Siehe http://www.german-shepherdherding.com/manfred-german/index.html/ ). 

Manfred with Luki and Fax

Mit Erwin v.d. Sorbigauer Höhe begründete Manfred eine Linie von BLH Siegern:  1959 BLH Sieger Clothar v. Dreibruderhof (Sohn von Erwin); 1963 BLH Sieger Erlo v.d. Stammherde Ramholz (Sohn von Clothar); 1967, 1969, 1970 BLH Sieger Nando v.d. Stammherde Ramholz (Sohn von Erlo); 1972, 1973, 1975 BLH Sieger Witz v.d. Stammherde Ramholz (Sohn von Erlo); 1976 BLH Sieger Edo v.d. Stammherde Ramholz (Sohn von Witz); 1981; 1984, 1985 BLH Sieger Fax (nach Witzs hervorragenden Wurfbruder, Wotan, der bei der Geburtstag von Fax 12 Jahre alt war.  Manfred hatte Witz weg gegeben, wie er dass immer mit seinen pensionierten Siegern tat — Manfred glaubte, dass es nur einen führenden Hund geben kann, der bei der Herde arbeitet und dass es für einen pensionierten Hund grausam wäre, zu sehen, wie ein neu aufkommender Sieger ihn abgelöst).       

Manfreds Zuchtervolge waren nicht auf seine Linie von Deutschen Schäferhunden begrenzt.  Er wurde auch ein angesehener Schafzüchter.  1955 wurde Manfred von Baron Kühlmann-Stumm angestellt.  Er solte für seine Merino Landschaf verantwortlich sein, die er auf seinem Besitz in Ramholz züchtete.  Im gleiche Jahr heiratete Manfred Katharina Zehner und ihre Tochter, Gabrielle, wurde geboren.  Manfred wurde landesweit für seine Fähigkeiten in der Schafzucht anerkannt, als 1964 ein Bock von Ramholz die DLG Wolle Austellung (Deutsche Landwirtschafs Gesellschaft) in Hannover gewann.  1965 gewannen wieder Ramholz Schafe die DLG Schlachtviehshau.  Immer bedeutendere Gewinne folgten auf denDLG Schauen 1966 un 1968 und danach.  Manfreds größter Erfolg kam jedoch 1974 auf der angesehenen DLG Ausstellung in Frankfurt, als Ramholz Schafe JEDE Klasse gewannen — Manfred ist der einzige Züchter, der jemals jede Klasse auf dieser größten deutschen Agrar-Ausstellung, die nur alle 2 Jahre abgehalten wird, gewonnen hat.  Nicht lange danach starb Baron Kühlmann-Stumm starb bei einem Autounfall.  Seine Herde hatte er an Manfred vererbt und so wurde er ein selbstständiger Schäfer.    

1982 zog Manfred nach Lauterbach, wo er, bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1995, als Schäfermeister für die Versuchsfarm der Universität der Gießen verantwortlich was.  Danach behielt er eine kleine Herde von 50 Mutterschafen für sein eigene Schäferei in Angersbach, die er stolz seine „Ponderosa” nannte.  Mit Hilfe seiner Frau Katharina und ein oder zwei seiner geliebten Hunde, fuhr er bis zum Schluss fort, mit den Mutterschafen von seiner ursprünglichen Herde zu züchten.    

Das größte Geschenk, das Manfred Heyne uns allen überlassen hat, die ihn kannten, respektierten und über die Jahre bei Wettbewerben verfolgt und im Feld mit seinen Hunden und Schafen begleitet haben, ist eine tiefe bleibende Liebe und der Respekt für die arbeitenden Hütehunde — den gleichen Hunden, die vor 111 Jahren Rittmeister von Stephanitz inspirierten, mit der Hilfe und den Rat von 10 Schäfermeistern eine Rasse namens Deutscher Schäferhund aufzubauen.    

Manfred beschreib den ursprünglichen Deutschen Schäferhund als Hund, der als Herdengebrauchshund genetisch ausstattet ist mit angeborenem Selbstvertrauen und Unabhängigkeit, einem ehrlichen Griff, bestem Wesen, der beim arbeiten nur wenig Wasser braucht und nicht durch Hitze beeinträchtigt wird — ein Hund, der sich selbstsändig um die Herde kümmert und den die Anwesenheit des Schäfers nichts ausmacht, solange er sich nur um die kümmern kann.  Ob der Schäfer die Herde, entweder zu Fuß oder mit dem Auto verlässt, macht für diese Hunde absolut keinen Unterschied — er wir weiterhin, Stunde um Stunde selbständig die Herde eingrenzen und präzise an allen 4 Grenzen zu arbeiten.    

Diese originalen Deutschen Schäferhunde waren für Manfred einzigartig.  Vor mehr als hundert Jahren gab es eine verschiedenen Schläge von Hütehunden in Deutschland, aber die Schäfer haben sorgfältig darauf geachtet, dass es keine Kreuzungen gibt.  Die Schäfermeister aus Süd- und Mitteldeutschland hatten einheimische Hunde mit den aufrechten Ohren und verschiedene Fellarten und jeder Schlag hatte seine eigene einzigartiges Arbeitsweise und Merkmale, abhängig davon, in welchem Teil Deutschlans er verwedet wurde.  Z.B. der Griff, oder das Beißen, um die Schafe nötigenfalls zu disziplinieren — im mittleren Teil Deutschlands würden viele Hunde still das Hinterbein eines Schafs beißen, während der gleiche Schlag in den südlichen Teilen Deutschlands den Rippenbereich oder den Hals beißen würde, entweder still oder mit einem wahrnehmbaren Knurren.  Diese Hunde waren das resultat der Jahrhunderte langen sorgfältigen und zweckmäßigen Zuchtauswahl des Menschen — sie wurden durch Welpentests für die Ausbildung, und später während Arbeit und als Begleiter für die Zucht ausgewählt.  Die Schäfermeister waren arme Leute und die Leute deren Schafe sie hüteten, gehörten auch zu den Armen im Dorf.  Wenn einem Schaf unter der Obhut des Schäfers in der Hütesaison etwas zustieß, wenn es z.B. verletzt wurde, musste der Schäfer es ersetzen.  Da Weideflächen sehr begrenzt vorhanden waren, konnten nur korrekte, ehrliche und zuverlässige Hunde verwendet werden.  Wenn bei dem Hund Wesens- oder Arbeitsmängel auftraten, würde er als Kettenhund auf dem Bauernhof enden, oder am nächsten Baum aufgehängt werden.  So hat man Hütehunde vor über Hundert Jahren gezüchtet.  Die Schäfer waren damals so arm, dass sie sich nicht leisten konnten, einen zweiten Hund zu haben.  Folglich musste der Hund, den der Schäfer erwarb, DER Hund sein.  Für die nächsten acht bis 10 Jahre würde dieser Hund für den Schäfer die wichtigste lebende Sache sein, die ihm den ganzen Tag bei der Arbeit zur Hand gehen und bei der Herde unterstützen würde.    

Manfred Heynes unübertroffene Erfolge bei der Zucht und bei Wettbewerben sprechen für sich.  Aber den Menschen Manfred Heyne macht weit mehr aus als seine Rekorde.  Er war ein hingebungsvoller Ehemann, Vater und Großvater.  Er war stolz auf seinen Beruf und betrachtete seinen Titel als Schäfermeister als Ehre, die mit Würde getragen werden sollte.  Er widmete sich dem Bewahren der Genetik des DHS Herdengebrauchshundes, die ihn in seiner Jugend so anzog.  Manfred liebte das Leben.  Er nahm alles, was das Leben ihm bereitete als Herausforderung und Chance an.  Er suchte nie, sich zu bereichern durch den Verkauf von Hunden oder seinem Wissen — er teilte sein Wissen frei mit jedermann, der genug Interesse hatte, um zu fragen.  Als ich ihn fragte, was ich ihm für das ganzes Wissen bezahlen könnte, das er mir Jahr für Jahr vermittelte und für das unschätzbare Information über die Genetik, die er mir für den Wurf, der mir Nicky brachte, gab, antwortete er, dass „ich kann nichts für etwas verlangen, was Gott mir frei gegeben hat.”  Manfred Heyne wurde vor einigen Jahren gefragt, was seine befriedigendste Erfahrung bei der Bewahrung seiner Rasse sei — der Deutsche Schäferhund als Herdengebrauchshund.  Ich denke, seiner Antwort ist ein passender Abschliss:    

„Ich durfte 30 Jahre lang am Bundesleistungshüten teilnehmen, und ich bin meiner Linie immer treu geblieben und auch der Vaterlinie meiner Hunde.  Jeden Tag wenn ich draußen bei meiner Herde bin — wo mein Hund immer selbständig arbeitet und mein Herz vor freude springt — habe ich das Gefühl dass von Stephanitz vom Himmel herabschaut und sagt:  „Ja mein Junge, du hast es richtig gemacht!!!” “

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